Bremer Verkehrsgeschichte – Teil 1: Woltmershausen

Bremer Verkehrsgeschichte – Teil 1: Woltmershausen
26. August 2016 Andreas Holling
Betriebshof Woltmershausen

Pfingsten im Jahr 1965: Für die Bewohner von Rablinghausen und Findorff endete eine Ära. Zum letzten Mal fuhr ihre Linie mit der Nummer 7 von Rablinghausen über Hohentor, Westerstraße, Innenstadt, Hauptbahnhof und  Breitenweg nach Findorff. Von nun an blieb den Pusdorfern und ihren Nachbarn nur noch der Bus.

Der Anfang der Straßenbahn in Rablinghausen liegt um die Zeit der Jahrhundertwende. Bereits seit 1889 fuhr die Bahn vom Markt bis zum Hohentor. Später erfolgte der Ausbau bis nach Rablinghausen. Berühmt war die Linie wegen ihres volkstümlichen Images und ihres herzlichen Umgangstons. Und das galt nicht nur unter den Fahrgästen. Auch die Mitarbeiter des Pusdorfer Depots bildeten so etwas wie eine Familie. Man war befreundet und traf sich außerhalb der Arbeit.

Im Laufe der Jahre wurde die Strecke der Linie 7 verändert. Mal endete sie in Schwachhausen, mal – wie zuletzt – in Findorff. Woltmershausen blieb dabei aber immer die Konstante. Sie galt als eine der kurvenreichsten Straßenbahnlinien in Bremen und war in ihren Anfangsjahren mangels Fahrgästen wohl nicht sehr rentabel. Das änderte sich mit der Bebauung in Woltmershausen und dem Hafen mit seinen Jobs. Dennoch wurde die Strecke ein wenig stiefmütterlich behandelt. Auf Grund einer fehlenden Wendeschleife mussten Wagen mit Anhänger an der Endhaltestelle Bakeweg – ebenso wie am Depot – entkuppelt und von Hand über Weichen umrangiert werden. werden. Der Triebwagen rollte dann über Weichen wieder vor den Zug.

(Dank an Heiner Brünjes vom Verein Freunde der Bremer Straßenbahn für die Unterstützung bei der Recherche)