Wie nutzen unsere Fahrgäste das WLAN?

Wie nutzen unsere Fahrgäste das WLAN?
31. Januar 2017 Andreas Holling

Schnell eine E-Mail schreiben oder den aktuellen Fahrplan checken – das kostenfreie WLAN in den Bussen und Bahnen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) macht es möglich. Doch wie nutzen unsere Fahrgäste das Angebot und vor allem, wie gefällt es ihnen? Diesen Fragen sind wir gemeinsam mit der Bremische Landesmedienanstalt und den Marktforschern von smart insights auf den Grund gegangen. Jetzt liegen die Ergebnisse der repräsentativen Studie vor – und die sind positiv.

Seit September 2016 kann man bei der BSAG mit nur einem Klick ins Internet gehen. Möglich macht dies der WLAN-Probebetrieb in 30 Bussen und 10 Straßenbahnen. Das Fazit: Vier von fünf Fahrgästen kennen das Internetangebot, drei von fünf nutzen es und bewerten es positiv. Für die Studie befragte smart insights im vergangenen Dezember insgesamt rund 1380 Menschen. Die Umfrage wurde nur in Fahrzeugen mit einem WLAN-Zugang durchgeführt.

E-Mail, WhatsApp & Co weit vorne

Mit 62 Prozent steht nach Angaben der Fahrgäste die »schriftliche Kommunikation« – also E-Mails, WhatsApp und Co. – ganz weit vorne in der Nutzung des WLAN; dicht gefolgt vom surfen mit 41 Prozent und für aktuelle Nachrichten mit 30 Prozent. Weitaus weniger genutzt wird das Angebot beispielsweise zum arbeiten (13 Prozent).

Begrenztes Datenvolumen in der Diskussion

Kaum genutzt wird das WLAN zum streamen von Filmen und Musik (13 Prozent) oder für Downloads (6 Prozent). Dabei sorgt das begrenzte Datenvolumen von derzeit 50 Megabyte pro Gerät am Tag für Kritik. Danach direkt gefragt bewerten ein Drittel der Befragten das Limit als nicht ausreichend. Im Alltag erreichen allerdings 84 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer diese 50-Megabyte-Grenze nicht. Dies zeigen die regelmäßigen Auswertungen der BSAG und ihres technischen Partners Hotsplots.

Die geringe Zahl an internetfähigen Fahrzeugen wird ebenso kritisiert wie allgemeine technische Probleme, von denen immerhin 24 Prozent der Fahrgäste berichten. »Wir müssen um Verständnis bitten, da es sich derzeit um einen Probebetrieb handelt«, erklärt BSAG-Vorstandssprecher Hajo Müller. »Um unseren Service zu verbessern sind wir auf die Rückmeldungen unserer Fahrgäste angewiesen. In einer weiteren Umfrage wollen wir diese Probleme Ende Februar genauer unter die Lupe nehmen.«

Sinnvoller Zeitvertreib

Nach den positiven Aspekten des WLAN in Bus und Bahn befragt, wird eine Antwort besonders häuft gegeben: »Ich kann die Zeit in Bus und Bahn sinnvoller nutzen«, sagen immerhin 57 Prozent. Einen Spareffekt beim Datenvolumen loben 39 Prozent, ihr privates Portemonnaie sehen 32 Prozent entlastet. Negativ bewerten 37 Prozent den Datenschutz, auch wenn die Sicherheitsmaßnamen den üblichen Standards für ein öffentliches WLAN entsprechen. Immerhin 17 Prozent der Befragten fühlen sich in ihrer Privatsphäre gestört.

Sorgfältiger Umgang mit eigenen Daten

Themen mit denen sich Cornelia Holsten, Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt, von Berufs wegen befasst. Die (bre(ma unterstützt die BSAG beim WLAN-Probebetrieb und wird sich in der zweiten Umfrage Ende Februar mit der Medienkompetenz der Fahrgäste befassen. »Der sorgfältige Umgang mit den eigenen Daten ist ein wichtiges Thema. Neben Urheberrechtsverletzungen stellt der Identitätsdiebstahl ein potenzielles Risiko im Internet dar, mit denen Nutzerinnen und Nutzer tagtäglich konfrontiert werden. Grad in einem öffentlichen WLAN-Netz muss man sich dessen bewusst sein«, sagt Holsten. »Selbst wenn die BSAG und Hotsplots durch technische Maßnahmen eine hohe Sicherheit schaffen ist verantwortungsbewusstes Handeln im Netz der beste Schutz gegen Phishing und andere Angriffe.«

Probebetrieb bis Ende Februar

Noch bis Ende Februar läuft der Probebetrieb bei der BSAG. Danach wird eine zweite Umfrage folgen. Doch mit dem WLAN ist nicht Schluss. „Wir wollen unseren Fahrgästen ein verlässlich funktionierendes WLAN anbieten“, so BSAG-Vorstandssprecher Hajo Müller. „Wenn dieses Ziel erreicht ist, werden wir weitersehen.“

Die vollständige Studie zur WLAN-Nutzung bei der BSAG gibt es »hier.

8 Kommentare

  1. Avatar
    WLAN-Nutzerin 3 Jahren vor

    Ich finde kostenloses WLAN prinzipiell super, nutze öffentliche Zugänge aber kaum, weil ich nicht einschätzen kann, wie sicher sie sind. 🙁
    Wie sieht denn bei der BSAG der „übliche Standard für ein öffentliches WLAN“ aus?
    Und was sollte ich beachten, wenn ich es nutzen will?

    • Avatar Autor
      Andreas Holling 3 Jahren vor

      Hallo WLAN-Nutzerin,

      erst mal freut es uns, dass Ihnen das kostenlose WLAN-Angebot gefällt!

      Die BSAG unterstützt die Sicherheit innerhalb der Fahrzeuge durch den Einsatz der sogenannten IP-Isolation in ihren Routern. Dadurch wird ein potenzielles Ausspähen oder gar ein Angriff auf das Handy erschwert. Diese Technik ist als „Gast WLAN“ auch bei heimischen Routern im Einsatz.

      Grundsätzlich muss jeder Fahrgast für sich abwägen, ob er oder sie sicherheitskritische Informationen – zum Beispiel beim Onlinebanking – über ein öffentliches WLAN sendet oder nicht. Unserer Meinung nach haben solche sensiblen Informationen wie auch persönliche Daten in einem öffentlichen WLAN aber grundsätzlich nichts zu suchen. Empfehlenswert ist immer der Einsatz eines aktuellen und mit allen Updates versehenes Betriebssystem und einer aktuellen Sicherheitssoftware sowie ein vorsichtiges und aufmerksames Verhalten im Internet.

      Ich hoffe, ich konnte die Fragen beantworten und wünsche eine allzeit gute Fahrt mit unseren Bussen und Bahnen!

      • Avatar
        WLAN-Nutzerin 3 Jahren vor

        Danke für die Infos!

  2. Avatar
    WlanNuter 2 Jahren vor

    Grundsätzlich eine super Sache mit den öffentlichen WLAN Spots, Bremen springt hier endlich auf den Zug auf bietet Fahrgästen einen längst überfälligen Dienst an, super! Als ich das erste Mal vom Testbetrieb las, war ich begeistert. Leider war es mir persönlich bisher nicht möglich, das Angebot aktiv zu nutzen. Auf den von mir befahrenen Strecken gab es entweder keinen WLAN Hotspot oder dieser war völlig überlastet, sodass bereits die Anmeldung scheiterte…. hier besteht also noch dringend Optimierungsbedarf. Interessant wären weitergehende Informationen, wie das Funknetz aufgespannt wird. Kooperiert die Bsag hier mit den Telekommunikationsanbietern wie Telekom, Vodafone? Werden die Modems in den Zügen entsprechend priorisiert oder werden hier die „normalen“ Netzkapazitäten der Anbieter mit dem Fussvolk geteilt? Dann wäre das Thema wieder deutlich uninetessanter… einen Datenvertrag haben viele, und noch mehr benötigen WLAN lediglich um Verbindungsabbrüche durch Durchfahren verschiedener Funkzellen plus Abschirmung in Fahrzeugen zu umgehen oder schlicht um das eigene ohnehin unverschämt niedrige HighSpeed Datenvolumen zu schonen. Die Volumenbegrenzung der Bsag erscheint hier sehr niedrig. Dass kein User tatsächlich sein Limit aufbraucht, liegt vielleicht auch an der verbesserungswürdigen Abdeckung und der Tatsache, dass man die Verbindung spät aufbaut, da der mobile Datenvertrag eh läuft. Auf vielen Smartdevices wird zumal im Dualbetrieb geladen, sprich grosse Pakete werden aus Geschwindigkeitsgründen mit über das Modem des Smartphones geladen. Wenn die Bsag hier ein Vorreiter sein möchte lautet mein Tipp: bitte macht es besser als die Anderen. In anderen Ländern gibt es in Großstädten flechendeckendes und performantes Wlan. Beidpieldweide in Polen, Gdyniam ich bin gespannt und freue mich auf die Zukunft und den kommenden 5G Standard….

  3. Avatar
    Bjoern 2 Jahren vor

    Super Sache, habe das WLAN grad zum
    ersten Mal getestet.
    Lief flüssig und das einloggen (was meistens in öffentlichen Netzten zum Problem wird, lief gut.)

    Aber die 50 mb sind ja wohl ein wenig lachhaft. Ich habe kurz in die Mails geschaut auf dem Laptop und ein, 2 Seiten aufgerufen und das war es dann auch schon….

    Also eher ein nice to have als wirklich hilfreich.

    • Avatar Autor
      Andreas Holling 2 Jahren vor

      Hallo,

      super, dass Ihnen unser WLAN-Angebot gefällt. Wir freuen uns natürlich über positive Rückmeldungen! Die Datengrenze von 50 Megabyte ist sicherlich nicht riesig, aber eigentlich sollte sie schon für mehr als ein bis zwei Webseiten reichen. Vielleicht waren große Bilder darauf oder Videoclips, die immer besonders viel Datenvolumen ziehen?

      Viele Grüße

  4. Avatar
    Nicolas Graf 1 Jahr vor

    „Kaum genutzt wird das WLAN zum streamen von Filmen und Musik (13 Prozent) oder für Downloads (6 Prozent). Dabei sorgt das begrenzte Datenvolumen von derzeit 50 Megabyte pro Gerät am Tag für Kritik. Danach direkt gefragt bewerten ein Drittel der Befragten das Limit als nicht ausreichend. Im Alltag erreichen allerdings 84 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer diese 50-Megabyte-Grenze nicht.“
    Natürlich nicht. Wer das einmal versucht hat nach ein paar Sekunden das Limit erreicht und merkt sich das.

    • Avatar Autor
      Andreas Holling 1 Jahr vor

      Hallo Herr Graf!

      vielen Dank für die Rückmeldung zu diesem Thema. Ich kann ihren Einwand verstehen, da ein Volumen von 50 Megabyte zunächst einmal nach wenig klingt. Man muss allerdings sehen, dass das WLAN-Angebot in Bussen und Bahnen nicht zum Download großer Datenmengen wie im Falle eines Videostreams gedacht ist. Ziel ist in erster Linie, unseren Fahrgästen die Kommunikation (per Mail und Messenger) und die Information (beispielsweise per Nachrichten-App und Website) kostenfrei zu ermöglichen.

      Übrigens: 50 Megabyte am Tag entsprechen hochgerechnet rund 1,5 GB pro Monat – und damit durchaus den gängigen Mobilfunkverträgen.

      Ich wünsche Ihnen eine allzeit gute Fahrt und einen guten Empfang!

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