BSAG will mit Power-Wochenende einen Rekord brechen

BSAG will mit Power-Wochenende einen Rekord brechen
4. Juli 2017 Sonja Niemann

Zwischen Hauptbahnhof, Gustav-Deetjen-Tunnel und Gewerkschaftshaus herrscht zurzeit der Ausnahmezustand. Straßenbahnen fahren über freiliegende Schienen, Bauarbeiter picken den letzten Asphalt zwischen den Gleisen weg, mehrere Bagger sind unterwegs. Und mittendrin: hunderte Fußgänger pro Stunde.

Seit Beginn der Sommerferien erneuert die BSAG die rund 20 Jahre alten Gleise und mit ihnen das Asphaltbett, die Oberleitungen und die Haltestellen am Hauptbahnhof.

Während der Baustellenbereich für Autofahrer und andere motorisierte Verkehrsteilnehmer gesperrt ist, können Fußgänger und Fahrradfahrer weiterhin passieren.

Fußgänger laufen über die Baustelle

Die Fußgängerampel über die Straße An der Weide ist zwar während der Bauphase nicht in Betrieb – stattdessen sorgen aber sogenannte Sipos dafür, dass Bremerinnen und Bremer sicher auf die andere Straßenseite kommen.

Zu erkennen sind die Sicherheitsposten an ihren leuchtend gelben Jacken. Mit Fähnchen und vor allen Dingen lauten Tröten machen sie den Verkehr auf der Baustelle trotz Baulärms hörbar. Sie haben genau im Blick, von wo sich eine Straßenbahn nähert und in welche Richtung sie weiterfährt.

»Vorsicht Bahn« ist deshalb eines der häufigsten Kommandos, das gerade auf Bremens größter Gleisbaustelle zu hören ist. Damit sichern die Sipos nicht nur die Arbeiter auf der Baustelle, sondern vor allen Dingen auch die Passanten beim Überqueren der Straße.

Abgefahrene Fahrkante jetzt sichtbar

Nicht nur aus luftiger Höhe sieht die Großbaustelle spektakulär aus. Dutzende Arbeiter sägen, fräsen und baggern. Die Gleise sind bereits fast komplett aus dem Asphalt geschält. Wer genau hinschaut, kann jetzt sehen, warum sie ausgetauscht werden müssen: Die Fahrkante, die eigentlich fünf Millimeter höher als die Leitschiene sein sollte, ist abgefahren. Nur noch wenige Tage werden die rund 20 Jahre alten Gleise die Straßenbahnen tragen.

Ab Freitagabend, 7. Juli, 21 Uhr, dürfen auch sie den Baustellenbereich nicht mehr befahren (alle Informationen rund um Umleitungen finden Sie »hier). Am Power-Wochenende wollen Baustellenleiter Andreas Probian und sein Team nämlich einen Rekord aufstellen: 900 Meter Gleis, sechs Weichen und drei Kreuzungsanlagen sollen bis Montag, 10. Juli, 3 Uhr morgens, ausgetauscht sein. »Das haben wir noch nie an einem Wochenende geschafft«, so Probian.

50 Leute in zwei Schichten im Einsatz

Möglich machen das ambitionierte Vorhaben ausgefeilte Vorbereitungen. So sind unter anderem neue Schienenteile bereits vorgeschweißt worden. Außerdem werden am Wochenende noch einmal mehr Arbeiter im Einsatz sein. 100 fleißige Händepaare werden dann in zwei Schichten Höchstleistungen erbringen, damit die neuen Gleise bereits im Einsatz sind, wenn am Montag der Berufsverkehr startet – dann auch wieder mit allen gewohnten Straßenbahnverbindungen.

Übrigens: Fußgänger und Fahrradfahrer dürfen selbst dann die Baustelle kreuzen, wenn der Bereich für Straßenbahnen tabu ist. Provisorische Übergänge aus Holz machen das Queren auch dann möglich, wenn der Asphalt komplett entfernt ist.

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