Urbane Mobilität

BSAG-Tour in Habenhausen: E-Bus-Fans und Liniendiskussion

Von in Urbane Mobilität

Gut, dass unser BSAG-Infomobil ein Dach hat. Beim Stopp der BSAG-Tour auf dem real-Parkplatz in Habenhausen am Donnerstag konnten wir das gut gebrauchen. Das wussten zum Glück auch die Menschen aus Obervieland zu schätzen. Sie haben sich trotz Nieselregens Zeit für einen Plausch über die Mobilitätsangebote in ihrem Stadtteil genommen.

Wir merken schnell: Mitten im Gewerbegebiet sind längst nicht nur »Einheimische« unterwegs. Die Habenhauser Brückenstraße ist eine vielbefahrene Verbindungsstraße in Bremen – nicht zuletzt für Pendler. Wer dort regelmäßig unterwegs ist, kennt die Staus vor der Karl-Carstens-Brücke, aber eben auch die Einkaufsmöglichkeiten in der Umgebung.

Nur festes Stauversprechen macht den Zug zur Alternative

Eine Pendlerin aus Weyhe kann ein Lied vom stockenden Verkehr singen. Sie muss jeden Tag nach Findorff zur Arbeit. Meistens nutzt sie dafür das Auto. »Wenn schon vorher im Radio die Ansage ist, dass es Stau gibt, nehme ich aber auch manchmal die Bahn«, sagt sie. Dann nutzt sie die BOB-Karte, die sich die ganze Familie teilt.

In jedem Stadtteil fragen wir die Besucher unserer BSAG-Tour unter anderem, ob sie sich von der Verkehrssituation auch gesundheitlich belastet fühlen. Feinstaub empfinden die wenigsten als spürbares Problem, gelegentlich nennen sie Lärm als belastenden Faktor. Die Pendlerin aus Weyhe denkt in eine andere Richtung: »Ich glaube schon, dass es auf die Gesundheit schlagen kann, wenn man im Stau und unter Stress steht.«

Skepsis gegenüber autonomen Fahrzeugen

Die Vorstellung, dass Fahrzeuge auch in Bremen langfristig mal ohne Fahrerin oder Fahrer unterwegs sein könnten, fällt in Habenhausen besonders den älteren Menschen schwer. »Oh nein«, ruft ein älterer Mann. Das heißt aber nicht, dass er nicht für Entwicklungen offen ist. »Taxen müssten elektrisch fahren und Lieferdienste ihre Fahrzeuge umrüsten«, fordert er. Auch für sich selbst kann er sich Veränderungen vorstellen. Den Führerschein gegen eine Jahreskarte für Bus und Bahn eintauschen – für ihn nicht unvorstellbar.

Eine junge Frau aus Habenhausen ist schon jetzt regelmäßig im öffentlichen Personennahverkehr unterwegs. »Die Umsteigezeit ist das A & O«, betont sie. Auf der Erdbeerbrücke reiche die Zeit zu oft nicht aus, um zwischen den Linien 51 und 22 zu wechseln. »Es ist ärgerlich, wenn man dann nur die Rücklichter sieht.«

Hauptgesprächsthema: Linienänderung im Bereich Holzdamm

Zu den Hauptgesprächsthemen im Stadtteil gehört das Wohngebiet rund um die Haltestelle Holzdamm. Der Verkehrsentwicklungsplan 2025 der Stadt Bremen schlägt als Verbesserung vor, die Linie 27 über ihre bisherige Endhaltestelle Huckelriede bis nach Arsten zu verlängern. Damit sollen Arsten und das neue Wohngebiet am Werdersee eine weitere Direktverbindung in die Innenstadt erhalten. Sie würde gleichzeitig die Aufgabe der heutigen Linie 51 übernehmen, die laut Entwicklungsplan wegfiele.

Anders als die Linie 51 würde die verlängerte Linie 27 aber nach der Haltestelle Fellendsweg weiter zur Habenhauser Brückenstraße fahren. Die Solobusse der Linie 51 fahren jetzt einen Schlenker ins Wohngebiet über die Haltestellen Holzdamm und Kästnerstraße. Dort ist es für die Gelenkbusse, die wegen der hohen Fahrgastzahlen auf der Linie 27 zum Einsatz kommen, aber zu eng. Die angedachte Routenänderung sorgt bei einigen Bewohnerinnen und Bewohnern des Gebiets für Widerstand. Andere würden von diesen Änderungen profitieren.

Elektrobusse kommen in Habenhausen gut an

Größtenteils Einigkeit herrscht, wenn es um die Elektrobusse der BSAG geht. Sie sind häufiger im Stadtteil zu sehen. »Mega-cool«, findet eine junge Frau. Und eine andere Anwohnerin weiß den batteriebetriebenen Bus aus ganz anderen Gründen zu schätzen: »Ich wohne direkt über der Haltestelle und mein Schlafzimmer liegt zur Straße. Da sind die normalen Busse gerade nachts manchmal ganz schön laut und der Elektrobus schön leise.«

Eine Habenhauserin denkt noch viel weiter, als wir sie nach ihren Ideen für die Mobilität der Zukunft fragen. »Ich bin der festen Überzeugung, dass wir schweben werden.«

Nächster Stopp: Vahr

Wir freuen uns jetzt auf den nächsten Stopp bei unserer BSAG-Tour. Am Samstag, 8. September, stehen wir mit unserem Infomobil von 8 bis 13 Uhr vor der Berliner Freiheit. Kommen Sie gern vorbei!

Falls Sie nicht vor Ort dabei sein können, freuen wir uns auch hier im Blog über Ihre Kommentare zum Thema Mobilität in der Zukunft. Gern können Sie auch den Fragebogen ausfüllen, mit dem wir in den Stadtteilen unterwegs sind. Schicken Sie uns Ihren Fragebogen einfach an blog@bsag.de

 

BSAG MobilDialog – 06.09.2018 Habenhausen

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