Urbane Mobilität

Ab sofort sind FFP2-Masken Pflicht

Von in Urbane Mobilität

Mit dem Inkrafttreten der Novelle des Bundes-Infektionsschutzgesetzes zum 24. April 2021 gelten auch in den Bussen und Bahnen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) neue Regelungen für die Maskenpflicht. Ab sofort sind Fahrgäste »während des Aufenthalts in einer zu dem jeweiligen Verkehr gehörenden Einrichtung« – also sowohl im Fahrzeug als auch an den Haltestellen – zum Tragen einer FFP2-Maske verpflichtet, so das Gesetz. OP-Masken reichen nicht mehr aus. Ausnahmen gelten ausschließlich für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen von der Maskenpflicht befreit sind.

Diese strengere Regelung ist an den Inzidenzwert in Bremen geknüpft und gilt solange, bis die Inzidenz fünf Tage unter dem Schwellenwert von 100 liegt. Wer nicht ständig Inzidenz-Werte prüfen will, dem empfehlen wir grundsätzlich, auf FFP2-Masken umzusteigen.

Was sind FFP2-Masken?

FFP, das steht für »Filtering Face Piece«. Je größer die Zahl hinter diesem Kürzel, desto besser schützt die Maske – und zwar auch die Tragenden selbst. Für die Mitfahrt in den Bussen und Bahnen ist eine FFP-Maske mindestens mit der Schutzklasse 2 erforderlich. Achtung: Masken mit Ventil bieten nur einen geringen Fremdschutz.

Ob es sich um eine Maske handelt, die die erforderlichen Kriterien erfüllt, ist an der aufgedruckten CE-Kennzeichnung zu erkennen, der eine vierstellige Nummer folgt. Die Nummer gibt an, welche Prüfstelle den jeweiligen Maskentyp geprüft hat. Um sicher zu gehen, dass es sich um keine Fälschung handelt, kann die Nummer hier abgeglichen werden.

Außerdem gibt es weitere Hinweise darauf, ob die Maske den Standards entspricht. Neben der Typbezeichnung (etwa »FFP2«) folgt eine Leerstelle und ein Zusatz. »R« steht dabei für »wiederverwendbar«, NR für »nicht wiederverwendbar« und »D« dafür, dass die Maske einen Dolomitstaubtest bestanden hat. Auch der Hersteller oder ein Maskenname sollte auf der Maske abgedruckt sein. Auf der Verpackung finden Verbraucher:innen Hinweise auf die Anschrift des Herstellers oder des Inverkehrbringers.

Eigentlich handelt es sich bei FFP2-Masken in der Regel um Einwegartikel. Eine wissenschaftliche Studie hat allerdings gezeigt, dass im privaten Gebrauch eine Wiederverwendung bis zu fünf Mal möglich ist – allerdings sollte die gleiche Maske nicht an aufeinanderfolgenden Tagen getragen werden. Wer seine Maske bei Raumluft an einem trockenen Ort aufhängt, kann sie nach sieben Tagen erneut tragen. Wer es eiliger hat, kann die Maske nach einem Trockentag auch mithilfe des Backofens wieder einsatzbereit machen. Wie das funktioniert, erklärt die FH Münster hier.

Damit die Maske überhaupt einen Schutz bietet, muss sie eng anliegen. Tipps zum Anlegen gibt das RKI.

Maskenpflicht weitgehend akzeptiert

Für den Großteil der Fahrgäste ist die Maske inzwischen zum selbstverständlichen Begleiter geworden. Dass für viele jetzt ein »Kollektionswechsel« auf die in der Coronaverordnung festgelegten Maskentypen bevorsteht und dass dieser im Einzelfall nicht immer leicht umsetzbar ist, ist uns als Unternehmen bewusst. Gerade im ÖPNV ist das Tragen einer geeigneten Maske aber die effektivste Waffe gegen eine weitere Ausbreitung des Virus. Die Einhaltung der Maskenpflicht zu überprüfen, bleibt auch weiterhin in erster Linie die Aufgabe des Ordnungsamtes.

Wir sind mit der jüngsten Anpassung der Coronaverordnung erneut auf die Mithilfe unserer Fahrgäste angewiesen. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass unsere Busse und Bahnen weiterhin sicher für all diejenigen sind, die nicht im Home-Office arbeiten können und darauf angewiesen sind, mit uns auch in diesen Zeiten mobil zu bleiben. Vielen Dank an die vielen Fahrgästen, die seit Monaten ihren Beitrag dazu leisten.

Mehr Infos zu den Corona-Regeln in Bremen gibt es auch auf Bremen.de.

(Diese Artikel ist ein Update zu den laufenden rechtlichen Rahmenbedingungen. Er wird stets regelmäßig und zeitnah zu den geänderten Bedingungen aktualisiert.)

16 Kommentare

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    Sabrina 3 Monaten vor

    Livinguard-Masken erfüllen die Norm CE DIN EN 14683 inklusive Nachweis auf der Verpackung und Zertifikat vom Hersteller, haben aber eine optische Ähnlichkeit mit Stoffmasken. Sind Fahrer*innen darauf geschult? Dürfen sie getragen werden?

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      Sonja Niemann 3 Monaten vor

      Hallo Sabrina,
      unserer Einschätzung nach sind diese Masken zulässig. Allerdings erfolgt eine Überprüfung nicht durch uns, sondern durch die Mitarbeitenden des Ordnungsamtes.
      Viele Grüße und allzeit gute Fahrt wünscht
      Sonja Niemann

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    krni 2 Wochen vor

    Liebe BSAG,

    beschränken Sie bitte endlich verbindlich die maximale Kapazität und blockieren Sie jeden zweiten Sitzplatz!

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      Sonja Niemann 2 Wochen vor

      Hallo krni,

      Richtig ist: Das Infektionsschutzgesetz legt fest, dass eine Höchstbesetzung der Fahrzeuge mit der Hälfte der zulässigen Fahrgastzahlen anzustreben ist. Damit ist nicht gemeint, dass die Hälfte der Sitzplätze frei bleiben muss. Im Nordlicht stehen zum Beispiel insgesamt knapp 250 Sitz- und Stehplätze zur Verfügung. Die Maximalauslastung von 50 Prozent wäre also erst mit dem 125. Fahrgast erreicht, bei Gelenkbussen je nach Modell bei rund 70 Fahrgästen.

      Die Praxis zeigt, dass wir diese Zahlen nur im Ausnahmefall überhaupt erreichen. Aber ja: Im Einzelfall passiert auch das. Wir sind deshalb auch auf das Verantwortungsbewusstsein unserer Fahrgäste angewiesen, die in einem solchen Fall auf das nächste Fahrzeug ausweichen sollten.

      Überall dort, wo wir wiederkehrende Spitzen beobachten, versuchen wir, nachzusteuern. Das hat bereits zu Taktverdichtungen auf den Linien 10 und 63 geführt.

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        krni 2 Wochen vor

        Nicht auf das Verantwortungsbewusstsein hoffen, sondern Regeln festlegen und durchsetzen!

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          Andreas Holling 2 Wochen vor

          Hallo krni,
          mit “Hoffen” hat das Engagement gegen die Verbreitung des Corona-Virus nichts zu tun. Ohne die Übernahme von Verantwortung durch jede und jeden einzelnen geht es nicht. Auch wenn es einfach zu sein scheint, auf “Regeln” (die es bereits gibt) zu setzen, funktionieren nicht ohne die Beteiligung und das Verantwortungsbewusstsein von uns allen. Weder die Ordnungsbehörden noch die BSAG werden eine flächendeckende Einhaltung von rechtlichen Vorgaben sicherstellen können.

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    Andrea 2 Wochen vor

    Strengere Regelung ja. Aber ungefähr die Hälfte der Fahrgäste trägt noch OP-Masken. Und nun?

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    Andrea 2 Wochen vor

    Ok, also noch einmal: Die Regel – nur noch FFP2 Maske wird momentan von vielen Fahrgästen nicht eingehalten, sehr viele tragen noch immer OP-Masken. Was gedenkt man zu tun?

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      Andreas Holling 2 Wochen vor

      Moin Andrea,

      du schreibst uns, dass 50 Prozent der Fahrgäste die seit vergangenen Sonnabend geltende Vorgabe zum Tragen von FFP2-Masken nicht einhalten. Aus den Rückmeldungen aus unseren Fahrzeugen und von den Fahrausweisprüfenden der vergangengen Tage können wir dies derzeit so nicht nachvollziehen. Wenn Du aber regelmäßig eine Fahrt nutzt bei der immer wieder Fahrgäste gegen die rechtlichen Vorgaben verstoßen, würden wir uns über einen Hinweis per E-Mail (mit Linie, Haltestelle, Datum und Uhrzeit) freuen. Dann können wir mit dem Ordnungsamt nach einer Lösung suchen.

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        Andrea 2 Wochen vor

        Ich fahre viel und sehe das auf allen Strecken. Letztens hatte ein Fahrgast in der 1 Richtung Brill genüsslich gegessen, sich den Mujnd abgewischt und dann ohne Schutz gehustet. Natürlich kriegt der Fahrer sowas nicht mit, verlangt auch niemand. Aber dass die Anzahl der OP-Masken noch immer hoch ist, kann man eigentlich ständig sehen, da gibt es keine bestimmte Strecke.

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    Fahrgast69 1 Woche vor

    Auch ich stelle jeden Tag fest, dass ein großer Teil der Fahrgäste weiterhin OP-Masken trägt. Auch wird mittlerweile auf den Anzeigetafeln nur noch auf die “gesetzliche Maskenpflicht” hingewiesen. Der Hinweis, dass FFP2/KN95-Masken verpflichtend sind, wurde wieder von den Anzeigetafeln entfernt. Auch in den Haltestellenhäuschen wird nur auf eine “Maskenpflicht” hingewiesen. Eine Ansage in den Fahrzeugen habe ich schon lange nicht mehr gehört. Warum ist das so?

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      Sonja Niemann 1 Woche vor

      Hallo Fahrgast69,

      natürlich wird auf den Anzeigetafeln auf die “gesetzliche Maskenpflicht” hingewiesen, denn die Maskenpflicht wird per Verordnung seitens der Landesregierung und des Bundes erlassen und bei Bedarf verändert. Kurz gesagt: Was, wann und für wen gilt, regelt der Gesetzgeber.

      Diese Vorgaben sind jedoch nicht für alle Menschen zu jeder Zeit gleich. So gilt bei einem Inzidenzwert von über 100 eine andere Regelung als bei einem Wert unter 100. Für Menschen unter sechs Jahren gelten andere Vorgaben als für Ältere. Wieder andere Regeln gelten für Menschen mit einer Behinderung oder einer Befreiung.

      Jeden Einzelfall darzustellen, würde den Rahmen sprengen und eher für Irritation als für Aufklärung sorgen. Wir sind deshalb an dieser Stelle auf die Mitwirkung unserer Fahrgäste angewiesen.

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        Fahrgast69 1 Woche vor

        Die Pflicht zum Tragen von FFP2/KN95-Masken gilt bei einem Inzidenzwert von über 100. Das ist derzeit nach wie vor in Bremen der Fall. Der Hinweis, dass FFP2/KN95 verpflichtend getragen werden müssen, wurde ja auf den Anzeigetafeln angezeigt. Seit einigen Tagen ist dies aber nicht mehr der Fall. Warum wurde der Hinweistext geändert? Auf Kontrollen in den Fahrzeugen hoffe ich schon gar nicht mehr, denn das habe ich im Laufe des letzten Jahres bei meinen täglichen Fahrten noch nicht ein einziges Mal erlebt. Ich kann als Fahrgast nur hinnehmen, dass die anderen Fahrgäste sich in einer Vielzahl der Fälle nicht an die “Regeln” halten aber auch nur ungenügend auf bestehende Regeln hingewiesen werden. Das kann meiner Meinung nach so nicht richtig sein.

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          Sonja Niemann 1 Woche vor

          Hallo nochmal!
          Wie bereits dargestellt, gilt auch bei einem Inzidenzwert von über 100 die Pflicht zum Tragen einer FFP2/KN95-Maske nicht für jeden Fahrgast. Deshalb wurde der ursprüngliche Lauftext konkretisiert: Maßgeblich für die Frage, welche Maske zu tragen ist, ist die gesetzliche Lage. Eine pauschale FFP2-Pflicht zu kommunizieren, entspricht schlicht nicht den aktuellen Tatsachen und führt auch zur Verwirrung z.B. bei Eltern, die zunächst glaubten, ihre kleinen Kinder müssten FFP2-Masken tragen, aber nicht wussten, woher sie FFP2-Masken für Kleinkinder bekommen sollen.

          Selbstverständlich überprüfen unsere Ticketkontroll-Teams auch die Einhaltung der Maskenpflicht – regelmäßig auch mit Unterstützung des Ordnungsamtes. Wir sind allerdings täglich mit mehreren hundert Fahrten in Bremen unterwegs. Die Teams können deshalb nicht überall sein.

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    Julien 5 Tagen vor

    Niedersachsen ist derzeit unter 100, kann man in der Linie 4 in Lilienthal weiterhin OP-Masken tragen?

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      Andreas Holling 4 Tagen vor

      Moin!

      Unsere Straßenbahnen sind kein ex­ter­ri­to­ri­ales Gebiet. Grundsätzlich gilt bei der Maskenpflicht die jeweilige lokale gesetzliche Regelung, also bremische beziehungsweise niedersächsische Regeln. Wir empfehlen allen Fahrgästen zu eigenen Schutz und dem Schutz der Mitfahrenden sowie unserer Mitarbeitenden die Nutzung der FFP2-Masken.

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