Urbane Mobilität

FFP2, KN95, OP-Maske – ab 1. Februar Pflicht

Von in Urbane Mobilität

Dass FFP2-Masken oder alternativ solche nach KN95/N95-Standard oder OP-Masken in Bussen und Bahnen getragen werden müssen, ist jetzt auch in Bremen Pflicht. Den Weg dazu hatten Bund und Länder bereits am 19. Januar geebnet. Ab 1. Februar sind die sogenannten Behelfsmasken auch in den Fahrzeugen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) nicht mehr ausreichend. So schön die oft selbstgemachten Mund-Nasen-Bedeckungen sind und in den vergangenen Monaten für Farbe gesorgt haben – sie bieten nicht den gleichen Schutz.

Um unseren Fahrgästen die Umstellung zu erleichtern, haben wir alle wichtigen Infos zu den jeweiligen Maskenarten zusammengetragen.

FFP2

FFP, das steht für “Filtering Face Piece”. Je größer die Zahl hinter diesem Kürzel, desto besser schützt die Maske – und zwar auch die Tragenden selbst. Für die Mitfahrt in den Bussen und Bahnen ist eine FFP-Maske mindestens mit der Schutzklasse 2 erforderlich. Achtung: Masken mit Ventil bieten nur einen geringen Fremdschutz.

Ob es sich um eine Maske handelt, die die erforderlichen Kriterien erfüllt, ist an der aufgedruckten CE-Kennzeichnung zu erkennen, der eine vierstellige Nummer folgt. Die Nummer gibt an, welche Prüfstelle den jeweiligen Maskentyp geprüft hat. Um sicher zu gehen, dass es sich um keine Fälschung handelt, kann die Nummer hier abgeglichen werden.

Außerdem gibt es weitere Hinweise darauf, ob die Maske den Standards entspricht. Neben der Typbezeichnung (etwa “FFP2”) folgt eine Leerstelle und ein Zusatz. “R” steht dabei für “wiederverwendbar”, NR für “nicht wiederverwendbar” und “D” dafür, dass die Maske einen Dolomitstaubtest bestanden hat. Auch der Hersteller oder ein Maskenname sollte auf der Maske abgedruckt sein. Auf der Verpackung finden Verbraucher*innen Hinweise auf die Anschrift des Herstellers oder des Inverkehrbringers.

Eigentlich handelt es sich bei FFP2-Masken in der Regel um Einwegartikel. Eine wissenschaftliche Studie hat allerdings gezeigt, dass im privaten Gebrauch eine Wiederverwendung bis zu fünf Mal möglich ist – allerdings sollte die gleiche Maske nicht an aufeinanderfolgenden Tagen getragen werden. Wer seine Maske bei Raumluft an einem trockenen Ort aufhängt, kann sie nach sieben Tagen erneut tragen. Wer es eiliger hat, kann die Maske nach einem Trockentag auch mithilfe des Backofens wieder einsatzbereit machen. Wie das funktioniert, erklärt die FH Münster hier.

Damit die Maske überhaupt einen Schutz bietet, muss sie eng anliegen. Tipps zum Anlegen gibt das RKI.

KN95/N95

KN95-Masken ähneln mit ihrer schnabelartigen Form optisch den FFP2-Masken. Anders als FFP2-Masken tragen sie jedoch keine CE-Kennzeichnung. Sie wurden insbesondere im vergangenen Jahr – als die Versorgungslage mit FFP2-Masken schlecht war – in der Regel aus China nach Deutschland importiert. Um in Deutschland zugelassen zu sein, haben sie ein vereinfachtes CPA-Verfahren durchlaufen. Diese Abkürzung steht für Corona-SARS-CoV-2- Pandemie-Atemschutzmasken. Weil sie nur ein vereinfachtes Verfahren durchlaufen haben, dürfen KN95-Masken gerade keine CE-Kennzeichnung tragen.

Die vereinfachte Zulassung war nur bis September 2020 erlaubt. Masken dieses Typs dürfen aber voraussichtlich bis März 2021 für den Schutz vor Corona abgegeben werden.

Nach Einschätzung der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. schützen diese KN95-Masken genauso gut vor dem Coronavirus wie FFP2-Masken. Das Problem: Für Endverbraucher:innen ist nur schwer zu erkennen, ob die jeweilige Maske tatsächlich in Deutschland verkehrsfähig ist. In Apotheken, die solche Masken abgeben, muss aber eine schriftliche Bestätigung der Überwachungsbehörde vorlegen. Wer eine Maske kauft, die kein CE-Kennzeichen trägt, sollte sich diese Bestätigung also in der Apotheke zeigen lassen. Das empfiehlt die Deutsche Apotheker Zeitung.

OP-Maske

Auch mit einer sogenannten OP-Maske ist eine Mitfahrt in den Bussen und Bahnen der BSAG weiterhin erlaubt. Viele kennen diese Einmal-Masken vom letzten Besuch in der Arztpraxis oder im Krankenhaus. Zu beachten ist, dass diese Maske diejenigen, die sie tragen, nur vor größeren Tröpfchen schützt, nicht aber vor Aerosolen. Zum Selbstschutz sind sie deshalb weniger gut geeignet. Auch medizinische Masken müssen zugelassen werden – und zwar nach DIN EN 14683. Sie tragen deshalb auf der Verpackung ebenfalls eine CE-Kennzeichnung.

Maskenpflicht weitgehend akzeptiert

Für den Großteil der Fahrgäste ist die Maske inzwischen zum selbstverständlichen Begleiter geworden. Dass für viele jetzt ein “Kollektionswechsel” auf die in der Coronaverordnung festgelegten Maskentypen bevorsteht und dass dieser im Einzelfall nicht immer leicht umsetzbar ist, ist uns als Unternehmen bewusst. Gerade im ÖPNV ist das Tragen einer geeigneten Maske aber die effektivste Waffe gegen eine weitere Ausbreitung des Virus. Die Einhaltung der Maskenpflicht zu überprüfen, bleibt auch weiterhin in erster Linie die Aufgabe des Ordnungsamtes.

Wir sind mit der jüngsten Anpassung der Coronaverordnung erneut auf die Mithilfe unserer Fahrgäste angewiesen. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass unsere Busse und Bahnen weiterhin sicher für all diejenigen sind, die nicht im Home-Office arbeiten können und darauf angewiesen sind, mit uns auch in diesen Zeiten mobil zu bleiben. Vielen Dank an die vielen Fahrgästen, die seit Monaten ihren Beitrag dazu leisten.

2 Kommentare

  1. Avatar
    Sabrina 1 Monat vor

    Livinguard-Masken erfüllen die Norm CE DIN EN 14683 inklusive Nachweis auf der Verpackung und Zertifikat vom Hersteller, haben aber eine optische Ähnlichkeit mit Stoffmasken. Sind Fahrer*innen darauf geschult? Dürfen sie getragen werden?

    • Avatar Autor
      Sonja Niemann 1 Monat vor

      Hallo Sabrina,
      unserer Einschätzung nach sind diese Masken zulässig. Allerdings erfolgt eine Überprüfung nicht durch uns, sondern durch die Mitarbeitenden des Ordnungsamtes.
      Viele Grüße und allzeit gute Fahrt wünscht
      Sonja Niemann

Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

13 + neunzehn =