Urbane Mobilität

Abriss und Bauarbeiten in Gröpelingen

Von in Urbane Mobilität

Foto vom Abriss des BSAG-Betriebshof Gröpelingen aus dem März 2020

Es ist ein beeindruckendes Bild: Scheinbar unermüdlich frisst sich der Abriss-Bagger durch den Beton der Hallendecke. Stück für Stück fallen schwere Betonstücke auf den Hallenboden – langsam verschwindet ein Teil Gröpelinger Geschichte im Staub. Rund 100 Meter lang ist die Wagenhalle, die in diesen Tagen abgerissen wird. Übrig bleiben ein Schuttberg und der Ausblick auf die moderne Zukunft des Areals – der neue Betriebshof der Bremer Straßenbahn AG (BSAG).

Vorbereitungen in Gröpelingen starteten Anfang 2020

Schon seit Mitte Januar wird in der Werkstatt des Depots nicht mehr gearbeitet. Still liegen die Gleise über der Grube. Wo noch zum Jahreswechsel Straßenbahnen gewartet wurden, weht jetzt wortwörtlich ein »frischer Wind« durch das eingerissene Tor. Mit dem Ende des Werkstattbetriebs am 13. Januar 2020 begannen die Umzugsfachleute mit ihrer Arbeit. Maschinen wurden entfernt, Geräte mit an den neuen Übergangsstandort nach Sebaldsbrück genommen. Es folgte die Schadstoffsanierung bevor im Februar die Bagger anrückten und zunächst in der Halle mit ihrer Arbeit begannen. Im März rückte dann das schwere Gerät an und es begann der Abriss von Wagenhalle und Werkstatt.

Der Abriss im Film

Wir haben die Arbeiten am Betriebshof Gröpelingen mit einem Filmteam besucht. Herausgekommen ist der Clip unter diesem Text. Alle Informationen zu den anstehenden Veränderungen in Gröpelingen gibt es hier. Außerdem haben wir mit zwei Kameras einen Zeitrafferfilm erstellt, der die Arbeiten der vergangenen Wochen in rund zwei Minuten zusammenfasst. Informationen zu den Planungen gibt es auch auf der Website www.zukunft-groepelingen.de


DATENSCHUTZHINWEIS: Mit der Auswahl dieses Videos erklären Sie sich damit einverstanden, dass eine Verbindung zur Seite www.youtube.com aufgebaut wird. Dabei wird unter anderem Ihre IP-Adresse übertragen. Mehr Infos unter: https://www.bsag.de/datenschutz.html

Gleichzeitig werden Gleise erneuert

Neben dem Abriss des alten Depots erneuert die Bremer Straßenbahn AG auch ihre Gleise an der Gröpelinger Heerstraße zwischen Lindenhofstraße und dem BSAG-Betriebshof. Außerdem wird der Gleisbereich in der Havemannstraße erneuert. In rund achteinhalb Wochen Bauzeit werden auf insgesamt 660 Metern die Gleise augestauscht. Die Schienen in diesem Teil des Streckennetzes stammen aus dem Jahr 1992 und haben jetzt ihre Verschleißgrenze erreicht.

Raum für breite Straßenbahnen

Auf der Gröpelinger Heerstraße sind tagtäglich rund 275 Straßenbahnen pro Richtung unterwegs. Sie befördern etwa 17.500 Fahrgäste. Nach den Bauarbeiten können auch auf den Linien 2 und 10 die neueren und breiten Bahnen eingesetzt werden. Im Zuge der Arbeiten wird der Gleiskörper nicht nur erneuert, sondern auch der Abstand zwischen beiden Fahrtrichtungen vergrößert, so dass sich dort auch die 2,65 Meter breiten Straßenbahnen problemlos begegnen können. Mit Anschaffung der neuen »Nordlichter«, so der BSAG-Name der Siemens-Fahrzeuge vom Typ Avenio, werden die fast 30 Jahre alten schmalen Bahnen vom Typ GT8N, die heute in der Regel auf diesen Linien unterwegs sind, nach und nach außer Dienst gestellt.

2 Kommentare

  1. Avatar
    Christian Tietjen 3 Monaten vor

    Tolle Idee das die Straßenbahnen breiter werden, nur schade dass jeder andere Verkehrsteilnehmer darunter leiden muss! Wenn man die wieder Stau auf der A27 ist wird sich die breitere Straßenbahn auch keinen Millimeter bewegen, dank der Zusammenlegung von Straße und Schiene.

    • Avatar Autor
      Andreas Holling 3 Monaten vor

      Hallo Herr Tietjen,

      eine breitere Straßenbahn hat viele Vorteile, wie Sie sicher wissen. Dass “andere” Verkehrsteilnehmende darunter leiden, erschließt sich mir nicht. Wenn Sie dabei die aktuellen Bauarbeiten in Gröpelingen oder am Gustav-Detjen-Tunnel meinen, so haben diese nichts mit den breiten Bahnen zu tun. Sie sind dem Verschleiß der Schiene beziehungsweise dem Neubau des 100 Jahre alten Depots im Bremer Westen geschuldet.

      Die Zusammenlegung von Schiene und Straße ist auch für uns nicht ideal, wie Sie sich sicher denken können. Wir bevorzugen immer getrennte Fahrspuren für Pkw und Bahnen. Allerdings gibt nicht jeder Straßenraum diese Trennung her. Daher sind wir teils gezwungen, uns die knappen Flächen zu teilen.

      Viele Grüße aus der Redaktion

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